Tipps aus der Hütte

Teleskopstöcke: der Allradantrieb für Wanderer

Was Wanderstöcke wirklich bringen, wie lang sie sein müssen und wie ihr sie richtig einsetzt. Dazu die Kaufkriterien: Klemmsystem, Teleskop- oder Faltstock, Carbon oder Aluminium, Griffe, Spitzen und Teller.

03. September 2026Die Hütte5 Min. Lesezeit

Alle Beiträge
Teleskopstöcke: der Allradantrieb für Wanderer

Wanderstöcke entlasten vor allem beim Bergabgehen die Knie und geben auf nassem, steilem oder rutschigem Untergrund mehr Halt. Richtig eingestellt sind sie, wenn eure Unterarme beim Aufsetzen waagerecht stehen. Beim Kauf zählen vor allem ein zuverlässiges Klemmsystem, das passende Material und ein Griff, der auch nach Stunden angenehm bleibt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Knie. Stöcke nehmen beim Abstieg einen Teil der Last von Knien und Oberschenkeln.
  • Länge. Unterarme waagerecht, bergauf etwas kürzer, bergab etwas länger.
  • Technik. Im Wechsel gegengleich zu den Beinen setzen, auf steilen Abstiegen beide Stöcke vor dem Körper.
  • Klemmung. Außenliegende Hebelverschlüsse lassen sich schnell und auch mit Handschuhen verstellen.
  • Material. Carbon spart Gewicht, Aluminium verbiegt sich eher, als dass es bricht.
  • Griff. Kautschuk, Kork oder Moosgummi sind auf Dauer angenehmer als harter Kunststoff.
  • Spitzen und Teller. Austauschbar gemacht, taugt derselbe Stock im Sommer wie im Schnee.

Was bringen Wanderstöcke wirklich?

Wanderstöcke entlasten vor allem beim Bergabgehen Knie und Oberschenkel, weil Arme und Schultern einen Teil jedes Schritts abfangen. Deshalb sind sie unter Wanderern und Trekkern so weit verbreitet.

Dazu kommt einiges, das man erst unterwegs merkt:

  • Mehr Halt auf nassem, matschigem oder rutschigem Untergrund.
  • Mehr Sicherheit in schwierigem Gelände, im Schnee und beim Queren von Bächen.
  • Beim Aufstieg bleibt die Armhaltung offener, das erleichtert das Atmen.
  • Weil der Kopf weniger mit jedem Tritt beschäftigt ist, bleibt mehr Blick für die Landschaft.

Stöcke ersetzen aber keine trittsicheren Schuhe. Welche zu euch passen, lest ihr im Ratgeber Wanderschuhe: Leder oder Membran. Auf flachen, einfachen Wegen braucht ihr die Stöcke nicht unbedingt, dann fahrt ihr sie zusammen und hängt sie an den Rucksack.

Wie lang müssen Wanderstöcke sein?

Die richtige Länge habt ihr, wenn eure Unterarme waagerecht stehen, während die Stockspitze neben dem Fuß aufsetzt. Der Ellenbogen bildet dann ungefähr einen rechten Winkel. Probiert das in den Schuhen aus, mit denen ihr wandert.

Unterwegs passt ihr die Länge an die Steigung an: bergauf ein paar Zentimeter kürzer, bergab etwas länger. Zu lange Stöcke machen den Aufstieg unnötig anstrengend, weil ihr die Arme dauernd anheben müsst.

Prüft vor jeder Tour die Klemmung. Ein Stock, der unter Belastung einfährt, gibt genau in dem Moment nach, in dem ihr euch darauf stützt.

Wie setzt man Wanderstöcke richtig ein?

Auf normalem Weg setzt ihr die Stöcke im Wechsel, gegengleich zu den Beinen: rechter Fuß vorn, linker Stock vorn. Das entspricht dem natürlichen Armschwung beim Gehen.

Wichtig ist die Schlaufe. Greift von unten hindurch und legt dann die Hand um den Griff. So stützt ihr euch über die Schlaufe ab und müsst den Griff nicht fest umklammern.

Auf steilen Abstiegen setzt ihr beide Stöcke gleichzeitig vor dem Körper auf und steigt nach. Quert ihr einen Hang, greift ihr den bergseitigen Stock kürzer, am besten an der Griffverlängerung unterhalb des Griffs.

Beim Queren von Bächen und in absturzgefährdetem Gelände nehmt ihr die Hände aus den Schlaufen, damit ein verklemmter Stock euch nicht mitreißt. Wo ihr die Hände zum Festhalten braucht, gehören die Stöcke an den Rucksack. Worauf es beim Rucksack selbst ankommt, steht in unserem Ratgeber Den richtigen Rucksack finden.

Welches Klemmsystem ist das beste?

Am zuverlässigsten im Alltag sind außenliegende Klemmverschlüsse mit Hebel. Sie lassen sich schnell verstellen, auch mit Handschuhen, und ihr seht sofort, ob sie geschlossen sind.

Die ältere Bauart ist der Drehverschluss, bei dem ein Kunststoffkonus innen im Rohr spreizt. Er funktioniert, muss aber fester angezogen werden und rutscht eher nach. Ein Beispiel für die Hebelbauart ist der Komperdell Explorer Contour mit dem Powerlock-Verschluss von Komperdell.

Teleskop- oder Faltstock?
Teleskopstock

Über mehrere Segmente stufenlos verstellbar. Hängt zusammengeschoben außen am Rucksack.

Faltstock

Klappt auf ein kleines Packmaß zusammen und verschwindet im Rucksack, statt außen daran zu hängen. Meist nur in einem kleineren Bereich verstellbar.

Wer die Stöcke fast immer in der Hand hat, nimmt Teleskopstöcke. Wer sie oft wegpackt oder mit Bus und Bahn anreist, freut sich über das Packmaß von Faltstöcken.

Aluminium oder Carbon: welches Material ist besser?

Beides ist Standard, und beides hält, wenn die Qualität stimmt. Carbon ist leichter, das merkt ihr am Ende eines langen Tages in den Armen. Aluminium verbiegt sich bei Überlast eher, als dass es bricht, und verzeiht damit mehr, wenn ein Stock zwischen Steinen hängen bleibt.

Leicht heißt nicht automatisch gut. Billigstöcke haben oft zu wenig Bruchstabilität, und sehr leichte Modelle sind eher für leichte Wanderer mit wenig Gepäck gedacht.

Zählt für euch jedes Gramm, schaut euch den Komperdell Carbon C3 Pro an, einen ultraleichten, dreiteiligen Trekkingstock aus Carbon.

Worauf solltet ihr bei Griff, Federung, Spitze und Teller achten?

Griff und Schlaufe entscheiden über den Komfort, Spitze und Teller darüber, wo ihr den Stock einsetzen könnt.

  • Griffe und Schlaufen. Weicher Kautschuk, Kork oder Moosgummi sind auf Dauer deutlich angenehmer als harte Kunststoffgriffe. Eine Griffverlängerung unterhalb des Griffs erlaubt kurzes Greifen, ohne den Stock zu verstellen.
  • Federung. Ein Anti-Shock-System dämpft den Stoß beim Aufsetzen. Das empfinden vor allem Leute mit Beschwerden an Hand oder Ellenbogen als Erleichterung.
  • Spitzen. Hartmetallspitzen, oft Widia genannt, greifen gut auf Fels und hartem Boden. Ein aufgesteckter Gummipuffer dämpft auf Asphalt und schont empfindliche Wege.
  • Teller. Kleine Trekkingteller reichen im Sommer, im Schnee verhindern große Teller das Einsinken. Sind Spitzen und Teller austauschbar, taugt derselbe Stock das ganze Jahr.

Ob sich ein beschädigter Stock reparieren lässt, fragt ihr am besten in unserer Werkstatt. Auch wenn wir etwas nicht selbst machen, wissen wir meist, wer es kann.

Einmal in die Hand nehmen

Griff und Schlaufe entscheiden darüber, ob ihr die Stöcke nach vier Stunden noch mögt. Das lässt sich nicht lesen, nur anfassen.

Kommt vorbei und probiert ein paar Griffformen aus. Wir stellen die Stöcke auf eure Länge ein, dann merkt ihr den Unterschied sofort.

Ihr wisst nicht, welche Länge ihr braucht? Kommt in der Bautzner Straße 39 vorbei, wir stellen sie euch ein. Für die Beratung braucht ihr keinen Termin.

Kontakt und Öffnungszeiten Wanderschuhe: Leder oder Membran

Direkt aus der Hütte

Das passt zu diesem Beitrag

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wie lang müssen Wanderstöcke sein?

Richtig eingestellt sind Wanderstöcke, wenn eure Unterarme beim Aufsetzen waagerecht stehen und der Ellenbogen etwa einen rechten Winkel bildet. Bergauf stellt ihr sie ein paar Zentimeter kürzer, bergab etwas länger. Zu lange Stöcke machen den Aufstieg unnötig anstrengend.

Bringen Wanderstöcke wirklich etwas?

Ja, vor allem beim Bergabgehen: Arme und Schultern fangen einen Teil jedes Schritts ab und entlasten so die Knie. Dazu kommen mehr Halt auf nassem oder rutschigem Untergrund und mehr Sicherheit im Schnee oder beim Queren von Bächen. Auf flachen, einfachen Wegen sind sie dagegen verzichtbar.

Wie benutzt man Wanderstöcke richtig?

Auf normalem Weg setzt ihr die Stöcke gegengleich zu den Beinen, also rechter Fuß und linker Stock gleichzeitig vorn. Greift von unten durch die Schlaufe, dann stützt ihr euch über die Schlaufe ab und müsst den Griff nicht umklammern. Auf steilen Abstiegen setzt ihr beide Stöcke gleichzeitig vor dem Körper auf.

Sind Wanderstöcke aus Carbon oder Aluminium besser?

Carbon ist leichter und schont auf langen Touren die Arme. Aluminium ist unempfindlicher, weil es sich bei Überlast eher verbiegt als bricht. Wichtiger als das Material ist die Bruchstabilität, und die ist bei Billigstöcken oft zu gering.

Welches Klemmsystem ist bei Trekkingstöcken am besten?

Außenliegende Klemmverschlüsse mit Hebel lassen sich schnell und auch mit Handschuhen verstellen, und man sieht sofort, ob sie geschlossen sind. Drehverschlüsse mit innenliegendem Spreizkonus funktionieren ebenfalls, müssen aber fester angezogen werden. Prüft die Klemmung bei beiden Systemen vor jeder Tour.

Was ist ein Anti-Shock-System bei Wanderstöcken?

Eine Federung im Stock, die den Stoß beim Aufsetzen abfängt. Als angenehm empfinden sie vor allem Wanderer mit Beschwerden an Hand oder Ellenbogen.

Abholung in der Hütte

Kostenfrei, meist am nächsten Werktag bereit. Und ihr könnt vor Ort noch anprobieren und umtauschen.

Erst fragen, dann kaufen

Unsicher bei Größe, Passform oder Modell? Ruft an unter 0351 422 62 64 – das spart euch die Rücksendung.

Reparatur statt Ersatz

Was ihr bei uns kauft, könnt ihr bei uns auch wieder instand setzen lassen – in der eigenen Werkstatt.

Ihr sucht etwas, das hier nicht steht?

Auf knapp 400 Quadratmetern steht deutlich mehr, als eine Website zeigen kann – von der Funktionsunterwäsche bis zum Expeditionsrucksack. Sagt uns, was ihr braucht: Meist haben wir es da oder bekommen es in wenigen Tagen.

Anrufen RouteShop