Tipps aus der Hütte

Expertentipps: So beugt ihr Blasen beim Wandern vor

Blasen entstehen selten nur durch den Schuh. Wie Reibung, Feuchtigkeit, Socke und Schnürung zusammenspielen und was vor, während und nach der Wanderung wirklich hilft, damit eure Füße die ganze Tour mitmachen.

31. August 2026Die Hütte5 Min. Lesezeit

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Expertentipps: So beugt ihr Blasen beim Wandern vor

Blasen beim Wandern entstehen, wenn die Haut an derselben Stelle immer wieder gerieben wird und durch Schweiß aufweicht. Am besten beugt ihr vor mit einem eingelaufenen, gut geschnürten Wanderschuh, einer faltenfrei sitzenden Wandersocke und dem Abkleben empfindlicher Stellen, bevor sie wehtun.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Schuhe einlaufen. Die erste lange Tour ist nie der erste Einsatz eines neuen Schuhs.
  • Richtig schnüren. Sitzt die Ferse fest, rutscht der Fuß nicht und reibt weniger.
  • Passende Socken. Eine Wandersocke muss faltenfrei sitzen, ob Doppelsocke oder Merino.
  • Keine Baumwollsocken. Baumwolle hält den Schweiß fest, feuchte Haut scheuert schneller auf.
  • Früh reagieren. Beim ersten Brennen anhalten und abkleben, nicht bis zur Pause warten.
  • Füße trocken halten. In der Pause Schuhe aus, lüften, bei Bedarf Socken wechseln.
  • Nachpflegen. Nach der Tour Füße reinigen, trocknen und eincremen.

Wie entstehen Blasen beim Wandern?

Blasen entstehen durch Reibung und Druck, die immer wieder auf dieselbe Hautstelle wirken. Kommt Feuchtigkeit dazu, wird die Haut weich und gibt schneller nach. Dann hebt sich die obere Hautschicht ab, und darunter sammelt sich Flüssigkeit.

Selten ist nur der Schuh schuld. Meist spielen Schuh, Socke und Fuß zusammen: ein Schuh, in dem die Ferse rutscht, eine Socke, die Falten wirft, oder eine Stelle am Fuß, die ohnehin empfindlich ist.

Wie bereitet ihr Füße und Schuhe auf die Tour vor?

Das meiste entscheidet sich, bevor ihr losgeht. Neue Wanderschuhe lauft ihr rechtzeitig und in Ruhe ein, am besten auf ein paar kürzeren Strecken im Alltag. Eine lange Tour ist der schlechteste Ort, einen Schuh zum ersten Mal zu tragen.

Genauso wichtig ist das Schnüren. Sitzt die Schnürung richtig, bleibt die Ferse beim Bergaufgehen unten und der Fuß rutscht bergab nicht nach vorn. Damit fällt ein guter Teil der Reibung schon weg. Welcher Schuh überhaupt zu eurem Fuß und eurer Tour passt, lest ihr in unserem Ratgeber Wanderschuhe: Leder oder Membran.

Wer aus Erfahrung weiß, wo bei ihm Druckstellen entstehen, kann dort vorbeugen. Die Stelle vor der Tour mit Original Röck Hirschtalgsalbe 75 ml pflegen oder vorsichtig abkleben, bevor sich überhaupt etwas meldet.

Welche Socken helfen gegen Blasen?

Gegen Blasen hilft eine Wandersocke, die faltenfrei sitzt und den Schweiß von der Haut wegleitet. Baumwollsocken sind dafür ungeeignet, weil sie Feuchtigkeit speichern. Bewährt haben sich zwei Wege.

Die Sockenfrage: zwei Wege
Doppelsocke

Zwei Lagen in einer Socke. Die Reibung entsteht möglichst zwischen den beiden Schichten statt direkt auf der Haut.

Passgenaue Merinosocke

Eine Lage, dafür exakt sitzend. Merinowolle sorgt für ein ausgeglichenes Fußklima.

Wichtig ist bei beiden vor allem, dass die Socke gut sitzt und keine Falten bildet.

Wer schon öfter Blasen an Ferse oder Zehen hatte, probiert die Doppelsocke: die UYN Trekking 2In Merino Doppelsocke Herren oder die UYN Trekking 2In Merino Doppelsocke Damen. Wer lieber eine dünne, eng anliegende Lage trägt, greift zur Bridgedale Hike Lightweight Merino Performance Boot Herren oder zur Bridgedale Hike Lightweight Merino Performance Boot Damen, die für schmalere Füße geschnitten ist.

Kinder bekommen genauso schnell Blasen und sagen es oft erst spät. Für sie gibt es die Trollkids Kids Preikestolen Hiking Socks Doppelpack mit Merinowolle. Mehr dazu, wie die Tour für die Kleinen gut läuft, steht in Wandern mit Kindern. Warum Merino und Kunstfaser auch am restlichen Körper besser sind als Baumwolle, erklärt unser Ratgeber zur Funktionsunterwäsche.

Was tun, wenn unterwegs eine Druckstelle entsteht?

Sofort anhalten und die Stelle schützen, nicht bis zur nächsten Pause weitergehen. Druck- und Scheuerstellen werden von allein nicht besser, und wer durchhält, hat die Blase meistens schon. Zwei Minuten für ein Stück Tape oder ein Blasenpflaster retten dagegen oft den ganzen Tag.

  • Früh reagieren. Erste Druck- oder Reibungsstellen ernst nehmen, nicht bis zur Pause warten.
  • Pausen nutzen. Schuhe aus, Füße lüften, bei Bedarf die Socken wechseln. Trockene Füße reiben spürbar weniger.
  • Abkleben. Bei ersten Reibungsstellen helfen Tape oder ein geeignetes Blasenpflaster.
  • Blase geschlossen lassen. Ist schon eine Blase da, sticht sie nicht auf. Die Haut darüber schützt die Stelle am besten.

Ins Erste-Hilfe-Päckchen gehört deshalb immer ein Blasenpflaster, zum Beispiel das wasserfeste BasicNature Blasenpflaster. Es lindert den Druck und schützt die Stelle für den Rest der Etappe.

Wie pflegt ihr eure Füße nach der Wanderung?

Nach der Tour werden Füße und Schuhe gereinigt und gründlich getrocknet. Danach lohnt ein kurzer Blick auf die Füße: Wo etwas gerötet oder gereizt ist, meldet sich beim nächsten Mal meist zuerst wieder. Diese Stelle klebt ihr bei der nächsten Tour gleich vorbeugend ab.

Beanspruchte Füße freuen sich zum Abschluss über etwas Pflege. Der reichhaltige Original Röck Latschenkiefer Fußbalsam 100 ml passt für den Abend nach der Tour, die Original Röck Latschenkiefer Fußsalbe 75 ml mit Lavendel und Pfefferminze wirkt erfrischend.

Unser Expertentipp aus der Praxis

Wir sehen bei uns in der Hütte in Dresden oft, dass Blasen selten nur eine Ursache haben. Deshalb betrachten wir immer das Zusammenspiel aus Wanderschuh, Wandersocken und Fuß.

Gerade bei den Socken gibt es nicht die eine Lösung für alle. Manche Wanderer kommen mit einer UYN-Doppelsocke besonders gut zurecht, andere bevorzugen eine passgenaue Merinowandersocke. Entscheidend sind ein guter Sitz, möglichst wenig Falten und ein angenehmes Fußklima.

Schon kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen: die richtige Schnürtechnik, passende Wandersocken oder empfindliche Stellen frühzeitig schützen.

Unsicher, was zu euch passt? Kommt in der Bautzner Straße 39 in der Dresdner Neustadt vorbei — wir schauen uns Schuh und Fuß zusammen an. Für die Beratung braucht ihr keinen Termin.

Wanderschuhe führen wir im Onlineshop derzeit nicht. Die probiert ihr bei uns in der Hütte an.

Kontakt und Öffnungszeiten Socken und Bekleidung im Shop

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Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Was hilft am besten gegen Blasen beim Wandern?

Meist keine einzelne Maßnahme, sondern das Zusammenspiel: ein eingelaufener und passend geschnürter Wanderschuh, eine faltenfrei sitzende Wandersocke und das frühzeitige Abkleben empfindlicher Stellen. Wer unterwegs beim ersten Brennen reagiert, verhindert die meisten Blasen.

Helfen zwei Paar Socken gegen Blasen?

Bei vielen ja. Bei einer Doppelsocke entsteht die Reibung möglichst zwischen den beiden Sockenlagen statt direkt auf der Haut. Andere kommen mit einer passgenauen Merinosocke besser zurecht. Entscheidend ist bei beiden, dass die Socke gut sitzt und keine Falten bildet.

Welche Socken sind am besten gegen Blasen?

Wandersocken aus Merinowolle oder Kunstfaser, die eng und faltenfrei sitzen. Baumwollsocken sind ungeeignet, weil sie Schweiß speichern und die Haut dadurch schneller aufweicht. Wer oft Blasen bekommt, sollte eine Doppelsocke ausprobieren.

Wie lange sollte man Wanderschuhe einlaufen?

So lange, bis der Schuh beim Gehen nicht mehr auffällt. Dafür reichen oft ein paar kürzere Strecken im Alltag. Wichtig ist vor allem, dass die erste lange Tour nicht der erste Einsatz des Schuhs ist.

Was tun, wenn unterwegs eine Blase entsteht?

Sofort anhalten und die Stelle mit Tape oder einem Blasenpflaster schützen, statt bis zur nächsten Pause zu warten. Eine geschlossene Blase nicht aufstechen, die Haut darüber schützt die Stelle. In der Pause Schuhe ausziehen, Füße lüften und bei Bedarf die Socken wechseln.

Hilft Hirschtalg gegen Blasen?

Hirschtalg wird seit Langem zur Pflege beanspruchter Füße verwendet. Wer weiß, wo bei ihm Druckstellen entstehen, kann die Stelle vor der Tour damit eincremen. Er ersetzt aber keinen passenden Schuh und keine gut sitzende Socke.

Abholung in der Hütte

Kostenfrei, meist am nächsten Werktag bereit. Und ihr könnt vor Ort noch anprobieren und umtauschen.

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