Tipps aus der Hütte

Die richtige Regenjacke: Wassersäule, Membran und Lagen

Warum 800 mm Wassersäule beim Wandern nicht reichen, was der RET-Wert über die Atmungsaktivität sagt, wann sich eine Membran gegen eine Beschichtung lohnt, was 2, 2,5 oder 3 Lagen bedeuten und wie eure Jacke lange dicht bleibt.

03. September 2026Die Hütte5 Min. Lesezeit

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Die richtige Regenjacke: Wassersäule, Membran und Lagen

Für Wanderungen empfehlen wir eine Regenjacke mit mindestens 10.000 mm Wassersäule, denn die rund 800 mm, ab denen ein Stoff nach europäischer Norm als wasserdicht gilt, reichen bei Dauerregen nicht. Am haltbarsten ist eine 3-Lagen-Membranjacke, sie lohnt sich für lange Touren mit schwerem Rucksack. Für Tagestouren mit leichtem Gepäck genügen 2 oder 2,5 Lagen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wassersäule. Ab 10.000 mm ist eine Jacke fürs Wandern wirklich dicht, 800 mm sind nur die Untergrenze der Norm.
  • Atmungsaktivität. Je kleiner der RET-Wert, desto besser; unter 6 gilt als sehr gut.
  • Membran statt Beschichtung. Membranen halten länger, Beschichtungen reiben sich vor allem unter Rucksackträgern ab.
  • Lagen. 3 Lagen für schweres Gepäck, 2 Lagen für Tagestouren, 2,5 Lagen, wenn es leicht sein soll.
  • Kapuze und Reißverschlüsse. Die Kapuze muss sich einstellen lassen, die Reißverschlüsse müssen dicht sein.
  • Pflege. Perlt kein Wasser mehr ab, reichen oft Waschen und frisches Imprägnieren.

Welche Wassersäule braucht eine Regenjacke?

Für Wanderungen sollte eine Regenjacke mindestens 10.000 mm Wassersäule haben. Erst ab diesem Wert lassen wir in der Hütte eine Jacke als wasserdicht gelten.

Die Wassersäule gibt an, welchem Wasserdruck ein Stoff standhält, bevor Wasser durchdrückt. Gemessen wird sie im Labor nach ISO 811: Der Druck auf den Stoff steigt langsam, bis auf der anderen Seite Tropfen erscheinen. Die Höhe der Wassersäule in Millimetern ist der Wert auf dem Etikett.

Nach der europäischen Norm für Regenschutzkleidung, EN 343, gilt ein Stoff schon ab rund 800 mm als wasserdicht. Bei starkem Regen oder auf einer längeren Tour ist das nicht viel. Wo ein Rucksackgurt drückt oder ihr euch auf nassen Boden kniet, steigt der Druck auf den Stoff deutlich, und ihr werdet schnell nass.

Wie atmungsaktiv sollte eine Regenjacke sein?

So atmungsaktiv wie möglich, denn beim Gehen schwitzt ihr, und eine Jacke ohne Dampfdurchlass wird innen genauso nass wie außen. Angegeben wird die Atmungsaktivität meist als RET-Wert: Je kleiner die Zahl, desto mehr Wasserdampf lässt der Stoff durch.

Als grobe Einordnung gilt ein RET unter 6 als sehr atmungsaktiv, zwischen 6 und 13 als gut. Ab etwa 20 lässt ein Stoff kaum noch Dampf durch.

Jede Membran transportiert Feuchtigkeit nur von warm und feucht nach kühl und trocken. Bei warmem, schwülem Wetter, wenn innen und außen kaum ein Unterschied herrscht, kommt deshalb jede Jacke an ihre Grenze. Dann helfen Belüftungsreißverschlüsse und eine gute erste Schicht.

Die Regenjacke ist die äußerste Lage im Schichtenprinzip. Was darunter auf die Haut gehört, steht in unserem Ratgeber zur Funktionsunterwäsche.

Membran oder Beschichtung: was hält länger?

Eine Membran hält in aller Regel länger als eine Beschichtung. Die Membran ist eine eigene, hauchdünne Schicht, die mit dem Oberstoff verbunden ist. Eine Beschichtung wird dagegen direkt auf die Innenseite des Stoffs aufgetragen.

Beschichtungen nutzen sich mit der Zeit ab. Wie schnell das geht, hängt davon ab, wie stark die Jacke beansprucht wird: Ein schwerer Rucksack, der auf den Schultern reibt, macht einen großen Unterschied. Dafür sind beschichtete Jacken meist günstiger.

Für lange Wanderungen mit schwerem Gepäck ist deshalb eine Membranjacke die richtige Wahl. Nicht verwechseln solltet ihr die Beschichtung innen mit der Imprägnierung außen: Die Imprägnierung lässt Wasser abperlen und lässt sich jederzeit erneuern.

Was bedeuten 2, 2,5 und 3 Lagen?

Die Zahl der Lagen sagt, wie die Membran von innen geschützt ist: durch ein fest laminiertes Futter, ein lose hängendes Futter oder eine dünne aufgedruckte Schutzschicht.

  • 3 Lagen. Oberstoff, Membran und Futter sind zu einer Schicht laminiert. Die Membran ist damit von innen wie von außen vor Reibung geschützt. Durch das Zusammenpressen sind diese Jacken leicht und trotzdem stabil.
  • 2 Lagen. Oberstoff und Membran sind laminiert, das Futter hängt lose darin. Die Herstellung ist einfacher und die Jacke deutlich günstiger.
  • 2,5 Lagen. Statt eines Futters schützt eine dünne, aufgedruckte Schicht die Membran von innen. Das macht diese Jacken besonders leicht und klein verpackbar. Im Preis liegen sie zwischen den beiden anderen.
Unsere Empfehlung
3 Lagen

Für lange Touren mit schwerem Rucksack, die das Material stark beanspruchen.

2 Lagen

Für Tagestouren ohne oder mit leichtem Gepäck.

2,5 Lagen für Wanderungen mit mittelschwerem Gepäck und für alle, denen Gewicht und Packmaß besonders wichtig sind.

Worauf solltet ihr bei Kapuze, Reißverschlüssen und Belüftung achten?

Am wichtigsten ist eine gut einstellbare Kapuze, gleich danach kommen dichte Reißverschlüsse. Belüftung unter den Armen ist kein Muss, aber sehr angenehm.

Kapuze. Sie sollte sich vorne am Hals und am Hinterkopf einstellen lassen und euren Kopfbewegungen folgen, sonst schränkt sie das Sichtfeld ein. Für Radfahrer und Kletterer gibt es geräumigere Kapuzen, die über einen Helm passen.

Reißverschlüsse. Es gibt technische Reißverschlüsse, die von sich aus dicht sind, und normale mit einer Abdeckleiste aus Stoff. Beide erfüllen in der Praxis ihren Zweck. Wichtig ist nur, dass die Jacke eine von beiden hat.

Belüftung. Zwei zusätzliche Reißverschlüsse unter den Armen. Wird es euch zu warm, zieht ihr sie auf und lüftet genau dort, wo es am nötigsten ist.

Taschen. Brusttaschen oder hoch sitzende Seitentaschen erreicht ihr auch dann, wenn der Hüftgurt des Rucksacks geschlossen ist. Wie der Rucksack selbst richtig sitzt, zeigt unser Ratgeber Den richtigen Rucksack finden.

Klemmt ein Reißverschluss oder löst sich ein Nahtband, fragt in unserer Werkstatt nach, was sich machen lässt.

Wie bleibt eine Regenjacke wasserdicht?

Mit regelmäßigem Waschen und frischer Imprägnierung. Perlt das Wasser nicht mehr ab, sondern zieht in den Oberstoff ein, liegt das meist nicht an der Membran, sondern an der Imprägnierung außen. Ein vollgesogener Oberstoff fühlt sich innen klamm an, obwohl die Membran noch dicht ist.

Wascht die Jacke mit einem Waschmittel für Funktionsbekleidung, zum Beispiel Fibertec Pro Wash 250 ml. Weichspüler gehört nicht an eine Membranjacke.

Danach frisch imprägnieren, etwa mit dem PFAS-freien Spray Fibertec Textile Guard 500 ml. Haltet euch dabei an das Pflegeetikett eurer Jacke und die Anleitung auf dem Produkt.

Wasserdicht bleibt nicht von allein

Auch eine gute Membranjacke lässt irgendwann Wasser einziehen, statt es abperlen zu lassen. Das liegt meist nicht an der Membran, sondern an der Imprägnierung außen, und die lässt sich nachbehandeln.

Bringt die Jacke vorbei, bevor ihr eine neue kauft. Oft reichen Waschen und frisches Imprägnieren, und sie hält wieder ein paar Jahre.

Beim Kauf einer Regenjacke gibt es viel zu beachten. Am besten kommt ihr in der Bautzner Straße 39 vorbei, dann zeigen wir euch die Modelle nebeneinander. Bei unserer Auswahl finden wir die richtige Jacke für euch.

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Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Welche Wassersäule sollte eine Regenjacke zum Wandern haben?

Wir empfehlen mindestens 10.000 mm. Nach europäischer Norm gilt ein Stoff zwar schon ab rund 800 mm als wasserdicht, doch bei Dauerregen und unter dem Druck von Rucksackträgern reicht das nicht.

Was bedeutet Wassersäule bei einer Regenjacke?

Die Wassersäule gibt in Millimetern an, welchem Wasserdruck ein Stoff standhält, bevor Wasser durchdrückt. Gemessen wird sie im Labor nach ISO 811. Je höher der Wert, desto dichter ist der Stoff.

Was ist ein guter RET-Wert bei einer Regenjacke?

Der RET-Wert beschreibt, wie gut ein Stoff Wasserdampf durchlässt: je kleiner, desto atmungsaktiver. Unter 6 gilt als sehr gut, zwischen 6 und 13 als gut. Ab etwa 20 lässt ein Stoff kaum noch Dampf durch.

Membran oder Beschichtung: was hält länger?

Die Membran. Beschichtungen nutzen sich mit der Zeit ab, besonders dort, wo ein schwerer Rucksack auf den Schultern reibt. Für lange Touren mit Gepäck ist deshalb eine Membranjacke die bessere Wahl, beschichtete Jacken sind dafür meist günstiger.

Was ist der Unterschied zwischen 2, 2,5 und 3 Lagen?

Bei 3 Lagen sind Oberstoff, Membran und Futter zu einer Schicht laminiert, die Membran ist rundum geschützt und die Jacke robust. Bei 2 Lagen hängt das Futter lose darin, das macht die Jacke günstiger. Bei 2,5 Lagen schützt eine dünne aufgedruckte Schicht die Membran, solche Jacken sind besonders leicht und klein verpackbar.

Warum wird meine Regenjacke innen nass?

Meist ist es Schweiß, der vor allem bei warmem, feuchtem Wetter nicht schnell genug nach außen kommt. Oft ist auch die Imprägnierung außen erschöpft: Der Oberstoff saugt sich voll, und die Membran kann kaum noch Dampf abgeben. Dann helfen Waschen mit Funktionswaschmittel und frisches Imprägnieren.

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Kostenfrei, meist am nächsten Werktag bereit. Und ihr könnt vor Ort noch anprobieren und umtauschen.

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